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Obwohl als Leiter einer Berufsschule in Ahaus tätig, setzte sich der Nottulner Josef Lütkecosmann (3. v. l.) schon frühzeitig für einen Schüleraustausch zwischen seiner und der Berufsschule in Chodziez ein. Mit großem Erfolg, wie die regelmäßig stattfindenden Besuche zeigen. Foto: Stefan Volpert

Berufskollegs pflegen enge Kontakte

Intensives Austauschprogramm zwischen dem Berufskolleg für Technik in Ahaus und der Berufsschule Chodziez

Nottuln/ Ahaus. Im Jahre 1993, beim ersten Partnerschaftstreffen in Nottuln, lernten sich Mieczyslaw Wierzbinski, Direktor der Berufsschule Chodziez (ZSP), und Josef Lütkecosmann, damals Vorsitzender der CDU-Fraktion im Nottulner Gemeinderat und Schulleiter des Berufskollegs für Technik Ahaus (BTA), kennen. Es entwickelte sich schnell eine persönliche Freundschaft zwischen den beiden Berufsschulleitern – und die Idee einer Schulpartnerschaft wurde geboren.
Schon 1994 besuchte Direktor Wierzbinski mit über 20 Lehrerinnen und Lehrern seiner Schule das BTA und die Partnerstadt Nottuln. Im selben Jahr reiste Josef Lütkecosmann mit seiner Familie erstmalig in die Partnerstadt Chodziez und lernte das ZSP mit seinen vielfältigen Bildungsangeboten kennen. Bis 1999 fanden mehrere Informations- und Kontaktbesuche der Schulleitungen und Lehrerinnen und Lehrer in Chodziez und in Ahaus statt. Die persönlichen Beziehungen und Kontakte wurden intensiviert, und es ergaben sich viele Ansatzpunkte für die pädagogische Zusammenarbeit.
Einen neuen Impuls und Schwung bekam die Schulpartnerschaft, als die neue Direktorin des ZSP, Miroslawa Kutnik, für ihre Idee warb, die Schulpartnerschaft um einen Schüleraustausch zu ergänzen. Im Jahr 2000 war es so weit. Jeweils rund 20 Schülerinnen aus Chodziez und Ahaus waren für sechs Tage Gäste in den Partnerschulen. Seit 2000 findet der Schüleraustausch jährlich statt. Dabei haben sich bisher über 400 junge polnische und deutsche Schüler kennengelernt, sie haben Freundschaften geschlossen, viele Vorurteile abgebaut und damit einen großen Beitrag zur Verständigung beider Völker geleistet.
Seit 2010 werden im gemeinsamen, mit Unterstützung der Europäischen Kommission finanzierten Comenius-Regio-Partnerschaftprojekt „Moderne Berufsausbildung durch Auslandspraktika im Landkreis Chodziez (Polen) und im Westmünsterland“ die Vorbereitungen für einen regelmäßigen Praktikantenaustausch getroffen. Die beiden Berufskollegs, die Kreise Chodziez und Borken und Firmen der beiden Partnerregionen haben in mehreren Arbeitstreffen die Rahmenbedingungen für diese Praktika erarbeitet.

Praktikanten
Zwei polnische Praktikanten aus Nottulns Partnergemeinde Chodziez waren im März dieses Jahres bei der Firma AGRAVI Technik Ahaus zu Gast (v.l.): Thomas Osterkamp (Serviceleiter), Guido Wegener (Servicetechniker), Eryk Pommeranke (Praktikant aus Chodziez), Josef Berghaus (stellvertretender Werkstattleiter) und Jakub Pazaszynski (Praktikant aus Chodziez).

Vor wenigen Wochen absolvierten die ersten vier polnischen Schüler dreiwöchige Praktika in Ahauser Firmen. Gleichzeitig waren zwei Schülerinnen und ein Schüler aus Ahaus in einer Medienagentur in Chodziez als Praktikanten tätig. Diese Betriebspraktika sollen in den kommenden Jahren weiter ausgebaut werden.
„Ich freue mich als Nottulner Bürger, dass aus der Städtepartnerschaft Nottuln-Chodziez eine solch lebendige, vielschichtige und erfolgreiche Schulpartnerschaft zwischen unseren beiden Berufskollegs erwachsen ist. Die vielen Kontakte von Schülern und Lehrern und insbesondere auch die Auslandspraktika dienen der Völkerverständigung, fördern wichtige Kompetenzen wie Flexibilität, Selbstständigkeit und fremdsprachliche Kommunikation und helfen durch verbesserte Mobilität bei der Erschließung neuer Ausbildungs- und Beschäftigungsmärkte“, sagt Josef Lütkecosmann.

Westfälische Nachrichten, 16. Mai 2012

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