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Dürfen auf die Erfolge stolz sein 

-ms- Nottuln. Als am Samstagmorgen die Uhr im Sitzungssaal der von Aschebergschen Kurie zu Beginn der offiziellen Jubiläumsfeier zehn Mal läutete, war das ein Bild mit Symbolcharakter. Denn seit zehn Jahren besteht auch die Partnerschaft zwischen Chodziez und Nottuln.
In seiner Festrede verglich Bürgermeister Heinz Fliß die deutsch-polnische Partnerschaft mit einer Ehe. Partnerschaft heißt, den anderen ohne Vorurteile zu sehen. Das haben wir geschafft. Schon am Vorabend hatte Fliß bei der großen Jubiläumsfeier betont, dass die Brücken zwischen Chodziez und Nottuln den Begegnungsverkehr zwischen unseren beiden Gemeinden tragen. Sein polnischer Amtskollege Miroslaw Juraszek stellte in seinen Ansprachen bei der Jubiläumsfeier und dem Festakt die Errungenschaften der Partnerschaft heraus. Aus Unsicherheiten und Ängsten ist eine feste Freundschaft geworden, sagte er am Freitag. Und am Samstag ergänzte er: Der Weg, den wir gehen, ist ein Friedensweg.
Auch die beiden Komitee-Vorsitzenden kamen sowohl bei dem offiziellen Festakt als auch bei der Jubiläumsfeier zu Wort. Dem Ruck, die Mauer zwischen Polen und Deutschland zu brechen, bin ich nachgegangen, berichtete Jan Margowski von seiner Motivation für sein deutsch-polnisches Engagement. Und am Bau eines neuen Europas hätten gleichermaßen Nottuln, Chodziez und auch St. Amand ihren Beitrag geleistet, dankte er der französischen Delegation. Auf die Erfolge der letzten Jahre dürfen wir stolz sein, meinte deshalb auch Hansjörg Krukenberg. Für die nächsten zehn Jahre wünsche ich mir, dass Deutsche und Polen weiterhin so vertrauensvoll zusammenarbeiten. Einen entscheidenden Beitrag zu dieser Kooperation zwischen Nottuln und Chodziez hat in den vergangenen Jahren Prälat Jan Stanislawski geleistet, der, so Heinz Fliß, von Anfang ein Motor der Partnerschaft gewesen ist. In seiner Festansprache ließ er alle Gäste an seinen Gedanken gegenüber den Deutschen in seinem Leben teilhaben. Lange Zeit hatte ich negative Gefühle gegenüber Deutschen, gestand er selbst Opfer des Krieges ein. Doch dann habe auch ich eingesehen, dass wir Versöhnungsbrücken bauen müssen, um das Ziel, den Frieden in der Welt, zu erreichen. 

Westfälische Nachrichten - 03.06.2002

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