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Vielfalt der Gespräche tat gut

Nottulner Jugendliche aus Chodziez zurück / Viele neue Ideen und Kontakte

-luw- Nottuln. Vier Tage lang hielt sich jetzt eine Gruppe von 39 Nottulnem - darunter 26 Teilnehmer unter 27 Jahre – in Nottuins polnischer Partnerstadt Chodziez auf. ,,Die Vielfalt der Begegnungen tat gut", zog Johannes Gorschlüter, Mitarbeiter des Trägervereins ,,Jugendarbeit in Nottuln" und zuständig für die internationalen Jugendkontakte, ein positives Fazit dieser Reise. Die Idee zu dieser Fahrt junger Nottulner, abseits der vereinsgebundenen Kontakte, bestand schon länger. Als beim Jazzfest des Kulturvereins Musikgruppen aus Chodziez zu Gast waren, wurde ein Gegenbesuch geplant, der nun mit Unterstützung des Deutsch-Polnischen Jugendwerks durchgeführt wurde. Die aus Nottuln mitgereisten Musikgruppen ,,Aufwärts", ,,Henne-Böles-Blues-Attack" und ,,Busy Bedbugs" hatten bei ihren Auftritten in Chodziez einen glänzenden Erfolg. Um den Kontakt zwischen Musikgruppen aus Nottuln und Chodziez kümmert sich seit langem Stefan Volpert.
Die sprachliche Verständigung unter den Jugendlichen ,,war ein Selbstläufer", war Gorschlüter sehr zufrieden mit dem Engagement der mitfahrenden jungen Leute. Bei den offiziellen Programmpunkten wurde das Sprachproblem dadurch gelöst, dass mit der Nottulnerin Veronika Daniel eine versierte Dolmetscherin mitgefahren war. Der Trägerverein wird übrigens mit Frau Daniel ab November Polnisch-Kurse im Jugendcafe anbieten. Anmeldungen sind jetzt schon möglich.
Neben einem touristischen Programm in Chodziez und Umgebung standen vor allem viele Kontakte und Gespräche im Mittelpunkt der Reise. So gab es einen Empfang durch Bürgermeister Juraszek, aber auch intensive Gespräche mit Mariusz Prukala, dem Leiter des Kulturhauses ,,Chodzieski Dom Kultury". Im Kulturhaus gab es übrigens einen spannenden Vergleichswettkampf zwischen Nottuln und Chodziez. Fünf Mitglieder der DJK-Schachabteilung traten gegen Schachspieler aus Chodziez an. Da die polnischen Schachprofis in der zweithöchsten polnischen Schachliga spielen, gab es am Ende klare Niederlagen für die Nottulner. Bei einer Stadtführung durch Chodziez wurden die Nottulner mit der Geschichte der Stadt - auch zur Zeit des Zweiten Weltkrieges - vertraut gemacht.
Ein weiterer Programmpunkt war der Besuch eines Heimes für schwer erziehbare und straffällig gewordene junge Leute, vergleichbar mit dem Martinistift Appelhülsen. Allerdings handelt es sich bei dem Heim in Chodziez - untergebracht in einer alten Villa, die sich aber in einem schlechten Bauzustand befindet - um eine rein geschlossene Anstalt, die auch keine Ausbildungsplätze für die Jugendlichen bereithält. Hier werden Kinder und Jugendliche im Alter von drei bis 17 Jahren vorübergehend untergebracht. Da es an Geld fehlt, ist die Ausstattung miserabel. Zu der Einrichtung gehört eine Art Grillplatz im Wald. Hier wurden die Nottulner zu einem zünftigen Beisammensein am Lagerfeuer eingeladen.
Johannes Gorschlüter will nun in Gesprächen mit denVerantwortlichen des Martinistifts überlegen, ob möglicherweise ein Kontakt auf Ebene der Sozialarbeiter und Fachkräfte zwischen dem Heim in Chodziez und dem Martinistift möglich ist.
Neben den vielen Kontakten und Gesprächen zu sozialarbeiterischen Aspekten konnte Gorschlüter, der auch im Vorstand des Nottulner Kulturvereins aktiv ist, eine Reihe weiterer Kulturkontakte knüpfen. So gibt es in Chodziez einen Theaterpädagogen, der mit behinderten Kindern und Jugendlichen Theaterstücke einstudiert. Diese Gruppe hat Interesse an einem Besuch in Nottuln. Möglicherweise, so Gorschlüter, biete sich hierzu das Haus Markus als Kontaktadresse an.
Bei einer Ausstellung des mitgereisten Künstlers Berno Hellmann (Münster) knüpfte Gorschlüter Kontakte mit dem Künstlerkreis von Chodziez. Die in diesem Kreis zusammerigeschlossenen Künstler haben Interesse an einer 14-tägigen Arbeitsphase in Nottuln mit anschließender Ausstellung. Möglicherweise kommen entweder zu den Jazztagen an Pfingsten oder zu den Kulturtagen im Sommer fünf bis sechs Künstler aus Chodziez nach Nottuln und führen hier eine Ausstellung durch.

Westfälische Nachrichten, 22.10.1999

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